Apparel Behinderten Organisation

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Tambow die Nichtregierungsorganisation Apparel. Die Initiative geht auf das Engagement einer Mutter zurück. Nach der Geburt von Ella rieten ihr die Ärzte, ihre behinderte Tochter abzugeben und zu vergessen. Dem Rat der Ärzte folgte sie nicht, sie kämpfte zusammen mit anderen Eltern für ein gleichwertiges Leben der Kinder in der Gesellschaft. Politiker wechselten die Straßenseite, wenn sie Ludmila Makarowa von Weitem sahen. In den 90er Jahren lernten wir die Initiative kennen. Über die Russlandhilfe bekam Apparel zahlreiche Rollstühle. Spendengelder des Kirchenkreises, von Tambow Projekt und der Russlandhilfe ermöglichten den gemeinsamen Kauf eines Busses. https://osteuropaausschuss.ekir.de/wp-content/uploads/2026/06/1997-1999-Kauf-eines-Busses-fuer-das-Haus-der-Barmherzigkeit.pdf



Behinderte junge Menschen im Tambower Gebiet konnten besucht und zur Mitarbeit bei Apparel eingeladen werden. Die Mitgliederzahl wuchs. Im Jahre 2000 wurde Apparel in die Liste der Nichtregierunsorganisationen Russlands aufgenommen. 2001 nahmen zahlreiche junge Behinderte an der russisch-deutschen Sozialdiakonischen Konferenz in Tambow teil.







2009 begannen Planungsgespräche zwischen Udo und Ursula Küppers mit APPAREL für ein gemeinsames Projekt, das von der Aktion Mensch über mehrere Jahre gefördert wurde. Ursula Küppers als Projektleiterin und Werner Stepan vom Diakonischen Werk RWL „Hoffnung für Osteuropa“ konnten den von Aktion Mensch genehmigten Antrag Ende 2009 zusammen mit APPAREL, der Staatlichen Akademie für Öffentliche Verwaltung in Vertretung des Evangelischen Kirchenkreises Wetzlar unterzeichnen. Eine juristische Beratungsstelle für behinderte junge Menschen im Tambower Gebiet wurde über mehrere Jahre finanziert, verschiedene sportliche Aktivitäten und Ernährungsprogramme. Ziel war die Ermöglichung eines selbständig geführten Lebens. Im Zwischenbericht von 2012 erfahren Sie mehr https://osteuropaausschuss.ekir.de/wp-content/uploads/2026/02/APPAREL-Zwischenbericht-2012.pdf
Zu mehreren Fachkräfte Austauschen kam es in diesen Jahren. 2011 nahmen Tambower Fachkräfte auch an der Herbstsynode des Kirchenkreises teil.

Sumarokowo – ein Versöhnungsprojekt

2019 reiste eine Pilgergruppe aus dem Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill nach Tambow. Mit dabei waren ein Priester und Gemeindeglieder aus der russisch orthodoxen Gemeinde in Krofdorf-Gleiberg. Sie hatten Kontakte zu einem jungen Priester in der Nähe von Istra vermittelt. Istra liegt ca. 70 km westlich von Moskau. Nicht weit befindet sich in dem Dorf Sumarokowo ein kleines Männerkloster, das Johannes dem Täufer gewidmet ist. Vater Sergej (mit bürgerlichem Namen Jurij Filippov) ist der Abt des Klosters. Das Kloster ist ein Vorposten des großen Sretenskij Klosters von Moskau. Mit Hilfe einiger Klosterbrüder und der umgebenen Dörfer baut er diesen Klosterhof wieder auf. Der war, nicht nur durch den 2. Weltkrieg, völlig heruntergekommen. Mitten durch das Klostergelände verlief ein Teil der russisch-deutschen Front. Heue steht genau auf diesem Streifen Wiese ein „Kalvarienberg“ in Erinnerung an diese Zeit. Gedenkandachten werden hier gefeiert. Eine der Klosterkirchen hat eine besondere Geschichte. Ihr Turm wurde durch deutsche Soldaten zerstört. Er soll wieder aufgebaut werden. Rein zufällig fiel dem jungen Abt ein Foto in die Hände. Ein deutscher Soldat hatte die Kirche vor der Zerstörung des Turms aufgenommen. Dieses Foto inspirierte Abt Sergej zum Wiederaufbau. Noch hat die Wiederherstellung anderer Gebäude und des Geländes Vorrang. Aber irgendwann steht auch der Wiederaufbau des Turmes an. Der Osteuropa Ausschuss hatte sich nach dem Besuch in Sumarokowo zur Aufgabe gemacht, dieses Projekt zu unterstützen und zu einem Projekt der Versöhnung zu machen. Mit Haushaltsmitteln und privaten Spenden trägt er zum Wiederaufbau bei. www.sumarokovomp.ru
Wenn Sie uns helfen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende auf das Konto des Kirchenkreises an Lahn und Dill Stichwort „Sumarokowo“ IBAN DE59 5155 0035 0010 030 906

Das Foto der Kirche im 2. Weltkrieg mit Glockenturm

Kalvarienberg

Abt Sergej, Pfarrer i.R. Udo Küppers, Mönchspriester Kornelius
Abt Sergej überreichte der Delegation ein Buch der russischen HIstorikerin Olga Golosova „Der Heilige Benedikt von Nursia“. Der Abt hat zu diesem Buch ein Vorwort geschrieben. Das Buch stieß bei Wolfgang Boehm, einem der Mitglieder des Osteuropa Ausschusses, auf großes Interesse. Er übersetzt das Buch nach und nach.
Übersetzung: DER HEILIGE BENEDIKT VON NURSIA, bitte rufen Sie die Seite auf:
Übersetzung: Der Heilige Benedikt von Nursia
Diakonische Konferenzen
Russisch-deutsche Sozial-Diakonische Konferenz Tambow
„Einer trage des Anderen Last“
12. – 16. November 2001
Das hatte es in Tambow noch nicht gegeben: eine internationale sozial-diakonische Konferenz! Außergewöhnlich war auch, dass die Orthodoxe Kirche in Zusammenarbeit mit einem evangelischen Kirchenkreis aus der Evangelischen Kirche im Rheinland dazu eingeladen hatte. Entsprechend neugierig reagierte die Öffentlichkeit, und so gab es bereits vor der Eröffnung Interviews mit dem regionalen und dem Moskauer Staatlichen Fernsehen. Hier können Sie weiterlesen Infohefte März 2002

Vlnr: Erzpriester Nikolaij Toropzew, Pfarrer Ernst Udo Küppers, Egbert Scharpff, Fritz Dallmann, Erzpriester Polychronij, Stellvertreter des Bischofs, Pfarrer Christoph Schaaf, Ursula Küppers, Harald Thöne, Susanne Wind, Harald Würges, Gisela Straßheim, Christiane Lensch

Herausgeber: Osteuropa Ausschuss des Evangelischen Kirchenkreises Wetzlar
https://osteuropaausschuss.ekir.de/wp-content/uploads/2026/07/Herausgeber.pdf
Die Dokumentation umfasst 127 Seiten und kann über 47uk@gmx bezogen werden
Zwischen Barmherzigkeit und Wohlfahrt
Deutsch-Russische Sozial-diakonische Konferenz Johannesstift Berlin1.-5. Dezember 1999
Seit dem Zerfall der Sowjetunion veränderte sich das Leben in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten grundlegend. Heute leben bis zu 60% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die alten staatlichen Wohfahrtsstrukturen sind weitgehend zertört. Staat und Kirche stehen vor der großen Herausforderung, ein neues soziales Netzt zu schaffen. Selbsthilfeorganisationen und in jüngster Zeit karitative Initiativen unterstreichen, dass Nächstenliebe und Barmherzigkeit durchaus traditionelle Werte in diesen Gesellschaften sind. Dieses Engagement wird auch von Landeskirchen und Diakonischen Werken, Fachhochschulen und Gemeinden aus Deutschland unterstützt. Die Tagung soll 10 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer eine Bilanz der Veränderungen ziehen und ein Forum an der Schwelle des neuen Jahrtausends darstellen, um neue Ansätze zu entwickeln und ihnen Impulse zu geben. Gemeinsam mit ca. 35 leitenden Personen aus entsprechenden Einrichtungen in der GUS sollen die gegenwärtige Lage karitativer Einrichtungen, Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen, Entwicklungs von Wohlfahrtsstrukturen, Mitteleinwerbung sowie die Zukunft diakonischer und zwischenkirchlicher Zusammenarbeit diskutiert werden.
Welche Erfahrungen haben wir?
Was können wir verbessern?
Was können wir voneinander lernen?
Wie können wir die Zukunft mitgestalten?

Ernst Udo und Ursula Küppers nahmen als Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises Wetzlar teil, Nina Toropzewa als Vertreterin der Eparchie Tambow.https://osteuropaausschuss.ekir.de/wp-content/uploads/2026/08/Einladungen.pdf
Zur Entwicklung ökumenischer und diakonischer Zusammenarbeit in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten – GUS –

Der Dokumentenband kann über die Evangelische Kirche in Deutschland angefragt werden